Screenshot 2018 12 13 at 09.35.57Auch dieses Jahr durften wir, die Rechtskunde AG unserer Schule, das Amtsgericht in Kamen besuchen und vier verschiedene Urteile eines Richters vor Ort miterleben.

Im Gerichtssaal mussten wir auf den verspätet angekommenen Richter warten, welcher diese Gelegenheit nutzte und uns folgende Worte mitgab: Der Richter ist der einzige, der zu spät kommen darf ohne dafür angemeckert zu werden. Seine Aussage begründete der Richter mit den Worten, dass sich dies niemand trauen würde.

Dann fing auch schon die Verurteilung des ersten Angeklagten an. Zu dieser ersten Anklage erschien die Person jedoch mit der Angabe, krank zu sein, nicht. Zugunsten der Schüler erklärte der Richter darauf hin ausführlich, was man in solchen Fällen machen könnte, in dem er folgende Aspekte aufzählte:
1. Man könnte nach einem Beweis (einem ärztlichen Krankenschein) verlangen und den nicht erschienenen Angeklagten in Haft nehmen lassen bis zum nächsten Gerichtstermin, sofern der Beweis nicht vorliegt.
2. Wenn der Richter der Meinung ist, dass der Angeklagte nicht krank ist, kann dieser den Angeklagten von der Polizei holen lassen.
3. Der Richter kann, wenn er der Meinung ist, dass der Angeklagte nicht anwesend sein muss, ein Urteil fällen. Der Angeklagte darf dann in einem festgelegten Zeitraum dagegen Einspruch erheben. In diesem Fall gäbe es dann einen weiteren Gerichtstermin.

Nach dieser in sehr kurzer Zeit verhandelter Anklage folgte eine weitere Anklage. Jener Angeklagte erschien zu den vorherigen Terminen nicht und saß deshalb schon 26 Tage in Untersuchungshaft.

Das Gericht fing diesmal an, in dem die Staatsanwältin den Fall erklärte:
Der Angeklagte wurde des Betrugs beschuldigt, er hatte beim JobCenter nicht angegeben, dass er eine Arbeit hatte. Der Richter erklärte dem Angeklagten, dass dieser zu dem Fall aussagen könne, dies jedoch nicht müsse und es ihm selber überlassen sei.
Anschließend wurde ein Zeuge, ein Mitarbeiter vom JobCenter, in den Gerichtssaal gerufen. Dieser wurde ebenfalls dazu aufgefordert sich vorzustellen und tat dies auch. Danach wurde die Aussage des Mitarbeiters aufgenommen und es wurden ihm ein paar Fragen gestellt. Als dies alles geschehen war, wurde dem Zeugen mitgeteilt, dass jener sich zu der öffentlichen Zuschauerschaft setzten oder aber auch den Gerichtssaal verlassen dürfe, wenn er möchte. Der Zeuge ging.

Am Ende der Befragung sagte der Richter, dass er die vorhandenen Vorstrafen, sowie auch das Geständnis des Angeklagten berücksichtigt. Der Angeklagte wurde zu 2 Monaten Haftstrafe und einer Geldstrafe von 536,- Euro verurteilt. Von den 2 Monaten Haft wurden die 26 Tage, die er schon in Haft saß, abgezogen, sodass nur noch 34 Tage abzusitzen waren.
In der Pause zwischen dieser Anklage und der nächsten Anklage, erklärte uns der Richter, dass er sich für 2 statt 3 Monate entschieden habe, da diese durch gute Führung vermutlich auch zu 2 Monaten herunter gesetzt werden würde. Dazu erklärte er uns auch, dass der Angeklagte auf einer Bewährungszeit war und durch diese Anklage auch 8 Monate zusätzlich in Haft verbringen müsse.

Nach der Pause ging es mit dem dritten und somit vorletzten Fall weiter, in dem auch zum ersten Mal ein Anwalt als Verteidiger dabei war.
Der Unterschied von diesem Fall zu den anderen war, dass fest stand, dass die Angeklagte schuld an diesem Fall, fahrlässige Tötung und Körperverletzung, hatte. Es sollte also nur darum gehen, festzustellen was die Strafe der Angeklagten ist.
Wiede reinmal erläuterte die Staatsanwältin den Fall:
Die Angeklagte hatte bei einem Unfall vor geraumer Zeit eine ältere Dame angefahren. Bei dem Unfall wurde der Fuß einer jungen Dame gebrochen. Acht Tage nach dem Unfall ist die ältere Dame im Krankenhaus verstorben.
Nachdem die Personalien der Angeklagten aufgenommen und diese die Geschehnisse aus ihrer Sicht heraus erzählte, wurde die Zeugin ausgerufen. Die Zeugin war die junge Dame, die sich bei dem Verkehrsunfall den Fuß gebrochen hatte.
Als die Aussagen der Zeugin endeten, forderte der Richter einen Polizisten auf die Beweise bzw. Tatort-Merkmale auf zu zählen und auf zu klären, zu welchen Schlüssen dies alles führt. Dabei kam folgendes heraus:
Die Angeklagte ist vermutlich mit ihrem Pkw eine ungefähre Geschwindigkeit von etwa 36 km/h gefahren, sie hat eine Vollbremsung durchgeführt beim Zusammenstoß.
Im weiteren Verlauf des Gerichtes wurden dann verschiedene Aspekte zu dem Fall noch erwähnt. Darunter waren viele positiven Aspekten zugunsten der Angeklagten sowie die deutliche, große Reue der Angeklagten, aber auch negative Aspekte, zum Beispiel, dass sie wegen des Zebrastreifens hätte bremsen müssen. Am Ende verurteilte der Richter die Angeklagte zu 80 Tagessätzen von je 121,- Euro auf Bewährung, einer Verwarnung und zu 4.000,- Euro an zwei gemeinnützige Organisationen.

Sein Entscheidung begründete er damit, dass zwar eine um einiges größere Strafe auf die Angeklagte hätte zukommen müssen durch die fahrlässige Tötung, jedoch sei er der Meinung, dass es einerseits eine sehr berechtigte Strafe sei durch die große Reue der Angeklagten und das Mitverschulden des Opfers. Andererseits erläutert er, dass man nicht nur auf das Ergebnis, in diesem Fall den Tod eines Menschen und die Verletzung eines anderen, sondern auch auf die kriminelle Energie der Angeklagten achten müsse - und diese, habe jene nicht.
Das Unterstrich der Richter mit einem Beispiel:
Eine Person, die bei Rewe Wodka für 7,99€ kauft, richtet keinen Schaden im Gegensatz zu dem Tod eines Menschen an. Aber die kriminelle Energie besitzt der Ladendieb dann, denn sowas müsse man ja planen.

Zu guter Letzt kam dann der vierte und letzte Fall. In diesem Fall wurde ein Herr wegen Beleidigung eines Polizeibeamten angeklagt.
Der große Unterschied von diesem Gerichtsprozess zu den anderen war, dass diesmal die Aussagen von dem Angeklagten und dem als Zeuge herein gerufenen Ankläger komplett auseinander gingen.
Der Richter glaubte nach der Befragung dem Zeugen und wollte sein Urteil aussprechen, wurde dabei jedoch mehrmals von dem Angeklagten unterbrochen. Daraufhin warnte dieser den Angeklagten damit, dass bei einer weiteren Unterbrechung ihn ein Ordnungsgeld von 100,- Euro wartet, bei der zweiten 200,- und bei dem dritten Mal es einen direkten Haftbefehl geben würde.
So verkündete er dann, dass er dem Angeklagten, wie vom Staatsanwalt vorgeschlagen erst 20 Tagessätze geben wollte, diese dann jedoch auf 23 Tagessätzen á 100 Euro wegen seines ungebührlichen Verhaltens erhöht habe. Bei der Urteilsverkündung unterbrach der Angeklagte den Richter noch einmal, bevor er den Saal verließ und musste auch 100,- Euro Ordnungsgeld zusätzlich bezahlen.

Von Sinem Aladag und Ceyda Ercan, 9e

„Gespensterjäger auf eisiger Spur“ von Cornelia Funke hatte sich Daria Horstich aus der Klasse 6a für den Vorlesewettbewerb des Städtischen Gymnasiums Bergkamen ausgesucht. Trotz großen Publikums und ungewohnter Umgebung auf der PZ-Bühne der Schule zog sie die zehnköpfige Jury mit ihrer Geschichte um die jungen Gespensterjäger besonders in ihren Bann. Den zweiten Platz belegte Xenia Konn aus der Klasse 6b, die mit einem Auszug aus Anna Herzogs „Der Tag, an dem Weihnachten verschwand“ zu überzeugen wusste. Die beiden Schülerinnen werden das Gymnasium mit ihren Vorlesekünsten im Januar in der Stadtbibliothek vertreten, wenn sich alle Schulsieger um Tickets für die „Kreismeisterschaft“ bewerben. Dritte wurden Nazli Özcan (6d) und Aria Feroughi (6a). Alle Vier hatten sich zuvor als Klassensiegerinnen bzw. Klassensieger für den Schulwettbewerb qualifiziert.

In der Runde der fachkundigen Jury nahmen diesmal die Vorjahressieger Jamil Badjie und Caterina Grella sowie die Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer der sechsten Klassen Platz. Das Team komplettierten die Vorsitzende Frau Kieslich, ehemalige Schulleiterin des SGB, Herr Kray von der Stadtverwaltung Bergkamen sowie Frau Tegner (Stadtbibliothek) und Frau Schürmann (Sparkasse Bergkamen-Bönen).

 

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Die Aufnahme zeigt die erfolgreichen Vorleserinnen des Schulwettbewerbs am Städtischen Gymnasium Bergkamen (v.l.): Xenia Konn, Daria Horstich, Nazli Özcan und Aria Feroughi. (Foto: Pytlinski)

Mit großem Erfolg ist auch dieses Jahr das Herzkissenprojekt am Städtischen Gymnasium Bergkamen durchgeführt worden. 26 Schülerinnen haben an beiden Tagen Einblicke in das Nähen mit der Hand und der Nähmaschine erhalten. Das diesjährige Projekt wurde wieder vom Verein Herzkissen e.V. begleitet. Die Bergkamener Filiale der Volksbank Kamen-Werne hat 500 € für die Materialien gespendet.

Das Projekt, welches nun bereits zum dritten Mal stattgefunden hat, unterstützt das Lünener Klinikum. Die Herzkissen werden dort Frauen geschenkt, die eine Brustamputation hinter sich haben. Diese Kissen haben die Form eines Herzens mit „langen Ohren“. Diese Form ermöglicht eine Druckminderung an der Wunde und verhindert das Verrutschen des Kissens. Frau Breuer vom Klinikum Lünen sowie Frau Petersdorf von Herzkissen e.V. nahmen die Kissen jetzt im Städtischen Gymnasium Bergkamen entgegen und bedankten sich bei den Schülerinnen und AG-Leiterin Anna Niggemeier.

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Die Aufnahme zeigt die fleißigen Näherinnen des Städtischen Gymnasiums Bergkamen bei der Übergabe der Herzkissen. Foto: Pytlinski/SGB

Screenshot 2018 11 30 at 14.35.44Einen Blick hinter die Kulissen des Hauptstadtjournalismus warf Bjarne Uhlig vom Städtischen Gymnasium Bergkamen bei den Jugendpressetagen der SPD-Bundestagsfraktion. Auf Einladung des Abgeordneten Oliver Kaczmarek reiste der Oberstufenschüler für drei Tage nach Berlin und beschäftigte sich gemeinsam mit rund 70 weiteren Jugendlichen aus ganz Deutschland unter anderen mit den Themen digitale Bildung und Digitalisierung.

Die jungen SPD-Gäste diskutierten mit Abgeordneten und Mitarbeitern angeregt über Probleme im digitalen Bildungswesen, aber auch über Chancen, die der technische Fortschritt für die Schulen bieten kann. Auch Oliver Kaczmarek leitete eine der Arbeitsgruppen.

Beim Besuch der Pressestelle des Parteivorstandes im Willy-Brandt-Haus hatten die Jugendlichen Gelegenheit u.a. mit SPD-Chefin Andrea Nahles und Generalsekretär Lars Klingbeil im Rahmen einer simulierten Pressekonferenz ihre kritischen Fragen zu stellen, die auf Grundlage der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen formuliert wurden. „Es hat sich ein ehrlicher Austausch entwickelt, in dem wir uns in unseren Anliegen sehr ernst genommen gefühlt haben. Das war eine sehr positive Erfahrung“, zeigt sich Bjarne Uhlig angetan vom Treffen mit den Parteigrößen in der SPD-Zentrale.

Den ersten Abend ließen die Schülerinnen und Schüler bei einem gemeinsamen Abendessen mit den Abgeordneten ausklingen.

Ein Teil des umfangreichen Programms war der Besuch der Hauptstadtstudios der TV-Sender RTL und ntv. Dort hatten die Jugendlichen Gelegenheit sich im Gespräch mit Journalisten über deren Arbeitsweise zu informieren und zu erfahren, wie Nachrichten ‚gemacht‘ werden. „Interessant dabei war natürlich, wie man das Angebot auf die Bedarfe der Zuschauer bzw. Leser einstellt. Wer will, was, wann und in welchem Format erfahren, das ist eine wirklich anspruchsvolle Aufgabe“, erzählt Bjarne Uhlig. Dies gelte nicht nur für den TV und Radiobereich sondern auch für die schnelllebigen Online-Angebote der Printmedien. „Hierzu war das Gespräch mit dem Online-Chefredakteur der Zeitung ‚Die Welt‘ sehr lehrreich“, betont Bjarne Uhlig.

Von den Jugendpressetagen der SPD zeigte er sich insgesamt begeistert: „Ich hatte viele interessante Begegnungen und konnte tiefe Einblicke in die Arbeit und die Herausforderungen der Journalisten und Medien gewinnen“, bedankt sich Bjarne Uhlig herzlich beim heimischen Abgeordneten Oliver Kaczmarek.

Einige spannende Ideen für ein modernisiertes Format der Schülerzeitung „Curioso“ des Städtischen Gymnasiums Bergkamen seien dabei natürlich auch herausgesprungen. Details will Bjarne Uhlig aber noch nicht verraten.

 

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Die Aufnahmen zeigen Bjarne Uhlig und Oliver Kaczmarek im Sitzungssaal und mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Jugendpressetage der SPD in Berlin.        

Foto: Bundestagsbüro/Kaczmarek

 

Screenshot 2018 12 09 at 18.34.55Auch in diesem Jahr nimmt die AG „Amnesty SGB“ wieder am Briefmarathon der Hilfsorganisation Amnesty International teil, die rund um den „Tag der Menschenrechte“ am 10. Dezember mit möglichst vielen Protestbriefen unter dem Motto „Schreib für die Freiheit!“ für Menschen in Not und Unfreiheit kämpfen will. Dafür bezogen die AG-Mitglieder in den großen Pausen im Eingangsbereich der Mensa mit ihrem Stand Stellung, um möglichst viele Schülerinnen und Schüler und Kolleginnen und Kollegen zum Mitmachen zu bewegen. Auch diesmal lohnte sich der Einsatz: 146 Unterschriften kamen binnen einer Woche zusammen - ein toller Wert!

In 2017 wurden 5,5 Millionen Briefe, E-Mails, Appelle und Unterschriften gesammelt, etwa 250.000 kamen aus Deutschland. Die Amnesty-SGB-Gruppe unter der Leitung von Nina Weber beteiligte sich bereits 2017 mit großem Erfolg.