Wissenschaft trifft Praxis – Wie ein roter Faden durchzog dieses Motto die interdisziplinäre Tagung „SeiteneinsteigerInnen – Zur Schulsituation neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis“ in der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Auch das Städtische Gymnasium Bergkamen war mit seinem „Go-In-Modell“ zur Beschulung von zugewanderten Schülerinnen und Schülern, nach dem diese direkt nach ihrer Ankunft in Deutschland in den Regelunterricht integriert werden, als ein Beispiel für einen (integrativen) Ansatz vertreten.

Matthias Fahling und Monja Schottstädt vom Städtischen Gymnasium Bergkamen und Steffi Stelzer vom Kommunalen Integrationszentrum Unna, die die Umsetzung des Modells seit 2013 auf Kreisebene koordiniert, folgten dabei der Einladung des Verbundprojektes „Formative Prozessevaluation in der Sekundarstufe. Seiteneinsteiger und Sprache im Fach (EVA-Sek)“, an dem die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Universität Bielefeld und die Europa-Universität Flensburg gemeinsam arbeiten.

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Die Wissenschaftler begleiteten im Rahmen der Bund-Länder-Initiative Bildung durch Schrift und Sprache (BiSS) in den letzten drei Jahren 50 allgemein- und berufsbildende Schulen in sechs Bundesländern bei der Entwicklung von Sprachbildungs- und Integrationskonzepten für Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteiger – eine davon war das Städtische Gymnasium Bergkamen.

Zunächst erläuterte Steffi Stelzer, die im Kommunalen Integrationszentrum dafür zuständig ist, Leistungsstand und Leistungspotenzial der zugewanderten Schülerinnen und Schüler ein- und dann einer passenden Schulform zuzuordnen, ihr Aufgabengebiet. Dann zeigten Monja Schottstädt und Matthias Fahling beispielhaft auf, wie die Integration der Kinder und Jugendlichen in den Regelunterricht am Städtischen Gymnasium vollzogen wird und welche zusätzlichen Angebote zum Konzept gehören.

Die Verbundschulen im Kreis Unna kooperierten in erster Linie mit dem Forschungsteam der Universität Bielefeld unter der Leitung von Professor Dr. Udo Ohm. Unter anderem erhob das Forschungsteam aus Bielefeld am Städtischen Gymnasium Bergkamen Daten durch Fragebögen, Interviews und Audio- bzw. Videografien exemplarischer Unterrichtsstunden- und Unterrichtssequenzen in „Go-In-Klassen“ und während der so genannten additiven Sprachförderung der neugewanderten Schülerinnen und Schüler.

Auf der Tagung entstand ein reger Dialog zwischen Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Disziplinen zum Thema „SeiteneinsteigerInnen“ in allen Schulformen, der den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis förderte. Dazu wurde sowohl aus schulpraktischer Sicht wie auch aus Forschungsprojekten zum Themenfeld berichtet. Ein deutschlandweit breites Spektrum an Beschulungsmöglichkeiten und Ausgangsbedingungen wurden deutlich. Auch Beobachtungen und Befunde aus den Forschungsarbeiten des Verbundprojektes „EVA Sek“ wurden präsentiert. Die Erhebungen und Ergebnisse der Tagung werden noch wissenschaftlich ausgewertet und veröffentlicht werden. Auf die Ergebnisse darf man gespannt sein.

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Aufnahme I zeigt (v.l.) Steffi Stelzer vom Kommunalen Integrationszentrum sowie Monja Schottstädt und Matthias Fahling vom Städtischen Gymnasiums Bergkamen während ihres Vortrags zum Thema „Go In“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.       Foto: Uni Jena